Geschichte

Erich Hamann, Sohn eines kinderreichen Memeler Reeders und Kapitäns, musste sehr früh ein Handwerk erlernen. Erich wurde Konditor.
Mit Fleiß und Elan widmete er sich dem Beruf, immer darauf bedacht nach seinen Ausbildungsjahren sehr bald selbständig zu werden. Dies gelang ihm 1912 mit den eigenen ersparten Mitteln.

Immer darauf bedacht, in seinem Fach etwas Besonderes und Eigenes zu leisten, spezialisierte er sich sehr schnell auf "Bittere Schokolade". Warum nur "süß", warum nicht den guten Kakaogeschmack erhalten und betonen. So war sehr schnell das Markenzeichen – Erich Hamann, bittere Schokoladen – geboren.

Sein erstes Geschäft war in der Kurfürstenstraße. Ringsum gab es damals Privatschulen. Viele der Schülerinnen waren seine ersten Kunden. Sie blieben ihm auch als er eine eigene Fabrik am Kurfürstendamm eröffnete mit Kind und Kindeskindern treu.

Nicht nur seine "Bittere" war inzwischen ein Begriff geworden, sondern er selber als Persönlichkeit, immer liebenswürdig, immer warmherzig. Ob Hausdiener oder Prinz, ob Gräfin oder Mütterchen, er machte keine Unterschiede, keine Bücklinge, aber auch keine Abweisung. Ihm war jeder Kunde gleich lieb.

In den Jahren 1924 bis 1935 entstanden sieben blühende Läden, geschmackvoll eingerichtet und mit gut ausgebildetem Verkaufspersonal. Ob in der Leipziger Strasse, Unter den Linden, am Roseneck oder in der Potsdamer Strasse – alle Erich Hamann Geschäfte gaben den Straßen eine Note. 1928 wurde ein eigenes Haus in der Brandenburgischen Straße mit moderner Fabrik, hygienisch hellen Arbeitsräumen und schönem Laden bezogen.

Der zweite Weltkrieg kam mit all seinen Schrecken.
Es gab keinerlei Rohstoffe mehr, das Personal wurde eingezogen. Die Läden mussten geschlossen werden, wurden durch Bomben zerstört. Ein Lebenswerk ging in die Brüche. Erich Hamann erlebte den schwierigen Wiederbeginn mit bescheidenen Rohstofflieferungen – inzwischen schwer erkrankt – zwar noch, erfassen konnte er ihn aber nicht mehr. Er wurde Weihnachten 1949 zur Ruhe gebettet.

Ehefrau Anna Hamann baute mit Hilfe treuer Mitarbeiter das Geschäft Stein auf Stein wieder auf. Trotz der Schwierigkeiten in der Nachkriegszeit und der schwierigen isolierten Ortslage Westberlins ist es gelungen, die Bedeutung des Namens zu erneuern.
So werden auch heute noch überwiegend in handwerklicher Tradition die Originalrezepturen Erich Hamann`s eingesetzt. Oberstes Gebot ist und bleibt die beste Qualität.
Heute sorgen der Sohn Erich Hamann`s, Gerhard Hamann mit Ehefrau Ingrid Hamann, und der Enkel, Andreas Hamann, dafür, dass der Wahlspruch Erich Hamann`s erhalten bleibt: Das Beste vom Besten.